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Förderkreis unterstützt Lehr-Filmproduktion: 
Hum. Psychodrama im Literaturunterricht

Heike Hossbach und Hans-Werner Gessmann haben gemeinsam im Städtischen Gymnasium Kamp-Lintfort mit den Schülern der Klasse 10e eine Filmdokumentation geschaffen. Die Kurzgeschichte von Peter Härtling „Trauer und Trost“ wird mithilfe der Methoden des Humanistischen Psychodramas analysiert und interpretiert.

Der Förderkreis für Psychosoziale Versorgung e. V. unterstützt die Produktion dieses Lehrmaterials, weil es einer breiteren Öffentlichkeit einen Einblick in eine kreative psychosoziale Arbeit ermöglicht.

Donnerstag, 6. Stunde Deutsch in einer 10. Klasse oder „Wege entstehen beim Gehen“ 

Die Unterrichtseinheit „Beziehungen“ geht ihrem Ende zu, eine Reihe von Kurzgeschichten ist gelesen, mündlich und schriftlich nach den Regeln der Wissenschaft analysiert; eine abschließende Übungseinheit zu Härtlings Text „Trauer und Trost“ steht an: Gliedern, Analysieren, sprachliche Gestaltungsmittel finden, die Intention formulieren – für die Klassenarbeit wichtige Aspekte. Der Wunsch der Schüler an einem anstrengenden Schultag: „Wir wollen nicht schon wieder analysieren, können wir das nicht einmal anders machen?“ fordert handlungsorientiertes Vorgehen geradezu heraus. Einsetzen lässt sich die Methode aber auch als Einstieg in die Arbeit mit fiktionalen Texten und in Übungsphasen zum Charakterisieren. 

Szenische Interpretation kommt dem Wunsch der Jugendlichen entgegen, sich zu bewegen, sich also mit allen Sinnen zu erfahren, sich spontan zu äußern und in einer Gruppe zu lernen. 

Ohne viel Aufwand ist die Klasse in Gruppen aufgeteilt, probt in zunehmender Spiellaune (zur zusätzlichen nachmittäglichen Filmstunde tauchen sogar die heißgeliebten Kappen, die so gar nicht in den Unterricht gehören, als Requisite wieder auf) und setzt sich nach dem Motto „Platz ist in der kleinsten Hütte“ auf improvisierter Minibühne in einer ganz eigenen, intensiven Arbeitsatmosphäre mit Härtlings Text auseinander und kommt noch innerhalb der Schulstunde zu erstaunlichen Ergebnissen. 

Davon spürt man auch beim Re-Inszenieren der Stunde für diesen Film noch viel. 

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